Brief von Sr. Klara aus Nazareth

Liebe Freundinnen und Freunde der Salvatorschule in Nazareth,

in den vergangenen Wochen haben mich viele Anfragen erreicht, wie es uns geht. Für Ihre Verbundenheit mit uns in der Schule, in Nazareth und im Heiligen Land danke ich Ihnen herzlich.

Für die Menschen hier ist die aktuelle Lage nichts grundlegend Neues. Seit drei Jahren wechseln sich Zeiten relativer Ruhe mit Krisen ab. Natürlich macht es mir Sorgen, wenn ich die Situation unserer Familien, der Kinder und Jugendlichen sehe, die verunsichert sind und deren Alltag immer schwerer wird. Aber dank Ihrer treuen Unterstützung können wir auch in dieser Situation weiter für die Kinder da sein. Aber lassen Sie mich von dem berichten, was wir bewirken, wenn die Sirenen schweigen.

Wenn wir für die Zukunft arbeiten. Denn die Salvatorschule ist nicht nur ein Lernort, sondern auch ein Ort, an dem Frieden gelebt wird. Wenn im Umfeld das „Recht des Stärkeren“ durchgesetzt wird, lernen unsere Kinder und Jugendlichen zuzuhören, die Meinung des anderen zu respektieren. Im Miteinander zeigen wir, wie Toleranz und Zurückhaltung Gewalt verhindert. Ganz wichtig ist dabei auch Leistung. Schon unsere Erstklässler lernen drei Pflichtsprachen: Arabisch, Hebräisch und Englisch. Unser High-Tech Programm zielt auf ältere Klassen, die wir in Technik, Mathematik, Informatik und Physik besonders qualifizieren. So haben sie gute Berufschancen und können zu einem positiven Wandel der Gesellschaft beitragen.

Wir bringen unsere Schülerimmer und Schüler immer wieder in den Dialog mit anderen: andere Religionen, andere Nationen und andere Denkweisen. So nehmen sie beispielsweise am internationalen MUN-Planspiel teil, bei dem junge Menschen internationale Zusammenarbeit üben. Sie erleben sich als Teil einer größeren Welt, in der sie Verantwortung tragen – in Israel, in Palästina und darüber hinaus.

Wir vergessen nicht die Kinder, denen das Lernen schwerfällt, die gerade in dieser Zeit psychologische Hilfe brauchen. Wir fördern und begleiten sie nach Kräften. Und unsere Kinder stehen füreinander ein. Das zeigen unsere Sternsinger, die in Nazareth für die Kinder in Gaza gesammelt haben. Das bewegt mich immer wieder. Gerade auch, wenn ich an die Sternsinger in Deutschland denke, die unsere Schule Jahr für Jahr so tatkräftig unterstützen: Ich danke euch!

In der Salvatorschule wollen wir eine Generation heranbilden, deren Herzen nicht verhärten, die trotz Spannungen Brücken baut. Wenn ich unsere Kinder sehe, wie sie lernen, singen, diskutieren oder einfach lachen, dann weiß ich: Es lohnt sich! Und neben aller Hilfe und Verbundenheit, stärkt uns das tägliche Gebet und unser Vertrauen, dass Gott alle Wege mit uns geht!

Ihre dankbare

Sr. Klara

„Ich danke euch!“ Sr. Klara

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